Große Hufeisennase
Greater Horseshoe Bat
Grand Rhinolophe obscur |
Das weiche, lockere Fell der Großen Hufeisennasen ist an der Oberseite graubraun oder rauchgrau und an der Unterseite grauweiß bis gelblichweiß. An der Basis sind die Haare hellgrau. Die Flughäute und Ohren sind hell graubraun. Der obere Sattelfortsatz ist kurz und abgerundet, der untere ist im Profil spitz. Mit einer Größe von 5,7 - 7,1 cm, einer Spannweite von 35 - 40 cm und einem Gewicht von 17 - 34 g handelt es sich um die größte europäische Hufeisennasenart.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von England über Mittel- bis Südeuropa. Die Tiere leben dort in Gegenden mit lockerem Baum- und Buschbestand, stehenden oder fließenden Gewässern, Ortschaften und Höhlen.
Ungefähr eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang gehen die Hufeisennasen auf Nahrungssuche nach Käfern, Schmetterlingen, Köcherfliegen, Hautflüglern und manchmal auch Spinnen. Mit langsamem, schmetterlingsartigem Flug erreichen sie ihr Jagdgebiet. Sie können die Insekten von Ruhepunkten aus orten und anschließend fangen. Gelegentlich nehmen sie auch Nahrung vom Boden auf. Die Beute wird entweder während des Fluges oder an festen Fraßplätzen vertilgt. Der Jagdflug wird von 2 - 3 Ruhepausen unterbrochen. Getrunken wird im Rüttel- oder Tiefflug.
Die Paarungszeit dauert vom Herbst bis in den Frühling hinein. Dann besetzen die Männchen feste Paarungsquartiere, in denen sie von den Weibchen besucht werden. Die Weibchen werden mit 3 - 4 Jahren und die Männchen frühestens Ende des 2. Lebensjahres geschlechtsreif. Ab April beziehen die Weibchen die Wochenstuben auf warmen Dachböden, Kirchtürmen, in Höhlen oder Stollen. Man findet bis zu 200 Weibchen in einer Wochenstube, wo sie sowohl einzeln als auch in Clustern zusammen hängen. Die Geburt der Jungtiere erfolgt von Ende Juni bis Ende Juli. In der Regel wird nur ein Junges zur Welt gebracht. Es ist mit 7 - 8 Wochen selbständig.
Der Winterschlaf dauert von September/Oktober bis April. Er kann ein- bis zweimal pro Woche unterbrochen werden. Bei mildem Wetter wird dann auch Nahrung aufgenommen.
Große Hufeisennasen verständigen sich mit relativ tiefen zirpenden oder keckernden Lauten. Zur Orientierung dienen ihnen lang anhaltende, frequenzkonstante Töne von 77 - 81 kHz mit einem kurzen Frequenzabfall zum Ende hin, die durch die Nase ausgestoßen werden. Die Lautdauer beträgt ca. 30 - 40 ms.
Die Tiere erreichen ein Alter von bis zu 30 Jahren.
| Fledertiersystematik |
Stand: 29.08.2005
© Katja Feldhoff