Rhinolophus mehelyi
Matschie, 1901

Deutsch  Mehely-Hufeisennase
Englisch  Mehely's Horseshoe Bat
Französisch 


Das dichte Fell der Mehely-Hufeisennasen ist an der Oberseite graubraun und an der Unterseite fast weiß. Um die Augen herum zieht sich eine auffallend dunkle Brille aus graubraunen Haaren. Ohren und Flughäute sind ebenfalls graubraun. Der obere Sattelfortsatz wirkt im Profil etwas stumpf und ist nur unwesentlich länger als der untere, der von vorne gesehen breit und gerundet ist. Die Lanzette wird nach oben hin plötzlich schmaler und läuft in einer dünnen Spitze aus. Das Hufeisen und die Lippen sind blaß fleischfarben. Die Tiere erreichen eine Größe von 5,5 - 6,4 cm, eine Flügelspannweite von 33 - 34 cm und ein Gewicht von 10 - 18 g.

Das Verbreitungsgebiet der Fledermäuse erstreckt sich auf den gesamten Mittelmeerraum und Nordafrika. Sie leben dort in Karstgebieten mit Wassernähe. Die Quartiere liegen in Höhlen, wo die Tiere frei an der Decke hängen. An den Hangplätzen herrschen Temperaturen von 25 - 32° C.

Nach Einbruch der Dämmerung fliegen die Hufeisennasen auf Nahrungssuche nach Nachtfaltern und anderen Insekten. Der Flug ist langsam und dadurch sehr geschickt und wendig. Die Jagd erfolgt in niedrigem Abstand über dem Boden an warmen Berghängen und zwischen Bäumen und Sträuchern. Die Tiere können auch ohne Mühe vom Boden aus starten. Das legt die Vermutung nahe, daß sie auch vom Boden Nahrung aufnehmen.

Untereinander erfolgt die Verständigung über ein relativ tiefes, lautes, aber kurzes Zirpen oder Piepsen. Zur Orientierung setzen die Fledermäuse frequenzkonstante Töne von 105 - 112 kHz ein, die zum Ende hin kurz in der Frequenz abfallen. Diese Töne werden durch die Nase ausgestoßen. Die Lautdauer beträgt 20 - 30 ms.

Mehely-Hufeisennasen werden im Durchschnitt 2,5 - 3 Jahre alt.

Fledertiersystematik

Stand: 29.08.2005

© Katja Feldhoff