Die Brandgans erreicht eine Größe von 56 - 64 cm, eine Flügellänge von 28,5 - 35 cm, eine Schnabellänge von 4,5 - 6 cm und ein Gewicht von 560 - 1.500 g. Das Gefieder ist kontrastreich in den Farben weiß, dunkelgrün, rostbraun und schwarz gefärbt. Jungvögel verfügen noch nicht über ein braunes Brustband. Der Schnabel ist rot und weist bei den Männchen einen Höcker auf.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Küsten des gemäßigten Europas und der vorgelagerten Inseln bis zu den Feuchtgebieten in Innerasien. Zunehmend trifft man sie auch an meernahen Gewässern im Binnenland an. Vögel aus dem Osten überwintern in China, Nordwestindien und im Mittleren Osten. Die Populationen in Europa ziehen in der Regel nicht. Während der Mauser von Juli - August versammelt sich ein Großteil der europäischen Vögel auf dem Großen Knechtsand in der Deutschen Bucht zwischen Ems- und Wesermündung und in der Bridgewater Bay in England. Wegen der Mauser können die Gänse bis zu 30 Tage nicht fliegen und suchen deshalb Schutz in großen Gruppen.
Zur Balzzeit geben die Männchen hohe pfeifende Laute von sich und werfen dabei den Kopf zurück. Die Weibchen legen von Mai bis Juni 8 - 12 cremefarbene Eier in alte Kaninchen- oder Fuchsbauten, unter Mauerplatten oder in selbstgegrabene Röhren, die mit Dunen gepolstert werden und bebrüten das Gelege 28 - 30 Tage lang. Vor dem Eingang hält das Männchen Wache. Nach dem Schlüpfen versammeln sich die Küken in großen Kindergärten im Watt, wo sie von einigen Altvögeln bewacht werden. Die übrigen Gänse ziehen in die Mausergebiete. Nach etwa 56 Tagen werden die Jungvögel flügge.
Die Nahrung der Brandgänse besteht aus Schnecken, Muscheln, Krebsen, Wattwürmern und Insekten. Durch Trampeln auf der Stelle scheuchen sie eingegrabene Beute ans Tageslicht. Oft durchseihen sie das flache Wasser mit seitlich pendelnden Kopfbewegungen. Manchmal stehen auch Samen auf dem Speiseplan.