Aquila chrysaëtos
Deutsch  Steinadler
Englisch  Golden Eagle
Französisch  Aigle doré
LINNÉ, 1758


Aquila chrysaëtos Der Steinadler erreicht eine Größe von 75 - 90 cm. Das Männchen ist etwas kleiner als das Weibchen. Die Flügellänge beträgt 56,5 - 68,5 cm, die Schnabellänge 4 - 5 cm und das Gewicht variiert zwischen 550 und 720 g. Das Gefieder ist dunkelbraun gefärbt mit goldgelbem Nacken und Oberkopf. Der Schnabel ist stark und kräftig. Die Flügel sind auffallend lang. Jungvögel zeigen im Flugbild ein weißes Feld im Flügel und eine schwarze Endbinde im weißen Schwanz.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, Nordasien, Nordamerika und Nordafrika. Die Vögel leben in ausgedehnten Wäldern in der Ebene, waldarmem Gebirge mit steilen Felswänden und an der Küste.

Aquila chrysaëtos Bei der Balz segeln die Paare in Spiralen über ihrem Revier und stürzen mit halbgeschlossenen Flügeln auf die Erde zu, wobei sie sich manchmal mitten in der Luft so nahe beieinander überschlagen, daß man meint, sie erfaßten sich gegenseitig mit den Krallen. Steinadler bauen einen großen Horst aus Ästen und Zweigen auf Felsbändern, in Felshöhlen oder auf alten Bäumen. Meist benutzt ein Paar abwechselnd zwei oder drei Horste. Vor der Brutzeit wird er ausgebessert und häufig mit frischem Grün verziert. Im März legt das Weibchen zwei braun gefleckte, weiße Eier. Danach brütet es 43 - 45 Tage lang. Nach 63 - 70 Tagen werden die Jungen flügge. Während dieser Zeit werden sie von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Meist wächst nur ein Junges heran. Ein Steinadlerpaar bleibt meist ein Leben lang zusammen.

Aquila chrysaëtos Die Nahrung besteht aus Säugetieren bis Hirschkalbgröße und Vögeln bis Auerhahngröße. Aber auch Aas wird nicht verschmäht. Die Nahrungssuche erfolgt meist im niedrigen Suchflug unter Ausnutzung jeder möglichen Deckung. Hat der Vogel eine Beute ausgemacht, stürzt er mit einer Geschwindigkeit bis zu 150 km/h auf sein Opfer zu und schlägt dumpf auf den Boden. Manchmal jagen auch zwei Steinadler zusammen und hetzen ein größeres Beutetier zu Tode. Das Jagdgebiet liegt im Gebirge oft oberhalb des Brutplatzes. Dadurch wird ein leichterer Transport der Beute abwärtsgleitend zum Horst ermöglicht.



Greifvögelsystematik


Stand: 12.02.2005

© Katja Feldhoff