Aquila heliaca ?
Savigny, 1809

  Östlicher Kaiseradler
  Eastern Imperial Eagle oder Asian Imperial Eagle
  Aigle impérial
  Keizerarend


Der Kaiseradler erreicht eine Größe von 72 - 84 cm, eine Flügellänge von 54 - 63,5 cm, eine Schnabellänge von 4 - 5 cm und ein Gewicht von 2,4 - 4,5 kg. Das Gefieder der erwachsenen Vögel ist fast schwarz mit hellem Oberkopf und weißen Flecken an den Schultern, die durch eine unterschiedliche Anzahl rein weißer Schulterfedern gebildet werden. In den ersten drei Kleidern bilden sich durch die großen hellen Spitzen der Armschwingen und der großen Arm- bzw. Handdecken helle Flügelbänder. Ebenfalls in den ersten drei Kleidern weisen die Vögel im Bereich der inneren Handschwingen einen hellen keilförmigen Fleck auf, der durch die sehr hellen innersten drei Handschwingen gebildet wird. Die Jungvögel sind sandfarben, haben helle Flügeldecken und einen mittelbraunen Schwanz mit einer hellen Endbinde. Der Kaiseradler fliegt mit flachgehaltenen, selten rudernden Flügeln.

Das Brutgebiet erstreckt sich über Österreich, Tschechien und Rumänien nach Osten über die Ukraine und die Türkei bis ins südliche Mittelsibirien. Nach 190 Jahren der Ausrottung brütet der Kaiseradler seit 1999 wieder im pannonisch beeinflußten Teil von Ostösterreich mit aktuell 3 Brutpaaren. In Tschechien gibt es momentan 1 - 3 Brutpaare. Aufgrund aktiver Schutzbemühungen in der Slowakei und Ungarn ab den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich dort die Bestände vervielfacht, so daß hier der Bestandstrend eindeutig positiv ist. Es gibt sogar weitere Ausbreitungstendenzen nach Westen. Diese Verbesserung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Trend im Osten des Brutgebietes durchweg negativ ist.

Als Lebensraum dienen überwiegend baumfreie Steppen. In Österreich werden fast ausschließlich agrarisch intensiv bewirtschaftete Flächen genutzt, die allerdings einen hohen Bracheanteil aufweisen. Als Aussichtswarte für die Jagd werden jedoch einzeln stehende Bäume, Feldgehölze, Randungen von Auwäldern oder auch Strommasten benötigt.

Zur Brut wird ein altes, meist schon mehrfach benutztes Nest in einem Baum verwendet. Das Weibchen legt 2 braun gefleckte, weiße Eier, die von beiden Partnern etwa 43 Tage lang bebrütet werden. Die Jungen werden nach ungefähr 60 Tagen flügge.

Der Kaiseradler ernährt sich im Kerngebiet seiner Verbreitung, in Asien und Osteuropa, hauptsächlich von Zieseln. Die westlichen Populationen in Österreich, Ungarn, Slowakei und Tschechien sind glücklicherweise nicht an das Ziesel gebunden und ziehen deshalb auch im Winter nicht ab. Da das Ziesel Winterschlaf hält, wäre der Adler sonst gezwungen sich seine Beute in anderen Regionen zu suchen. So allerdings bleibt er vor Ort und ernährt sich während der Winterperiode vorzugsweise von Hasen und Kaninchen. So werden in Österreich im Winter die höchsten Kaiseradlerbestände festgestellt. In Niederösterreich und im Burgenland sind es ca. 30 Adler pro Winter.


Greifvögelsystematik

Stand: 05.04.2008

© Katja Duske