Der Raubadler erreicht eine Größe von 80 cm, eine Flügelspannweite von 1,80 m und ein Gewicht von 3 kg. Das Gefieder ist rötlichbraun gefärbt.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Steppen Afrikas.
Beim Balzflug stürzt sich das Männchen aus großer Höhe auf das unter ihm fliegende Weibchen. Dieses dreht sich in der Luft auf den Rücken und streckt die krallenbewehrten Beine nach oben. Beide Vögel verhaken sich mit den Füßen und wirbeln wild umeinander. Das Pärchen baut ein Nest aus trockenen Ästen auf einem möglichst hohen Baum. Würde es tiefer als 6 m liegen, könnte es leicht ein Opfer von fressenden Elefanten werden. Das Nest wird in der Regel drei Jahre lang regelmäßig benutzt. Vor der Eiablage wird es mit Heu und Laub gepolstert. Gegen Ende der Regenzeit legt das Weibchen zwei Eier mit einem Gewicht von jeweils 115 g. Die Jungen schlüpfen nach etwa 44 Tagen und beginnen sofort um das Futter zu streiten. Dieser erste Kampf bedeutet für das jüngere und demnach schwächere Küken den Tod. Vermutlich dient es nur als Reserve, falls das Erstgeschlüpfte stirbt.
Das Jagd- und Brutrevier des Raubadlers ist 10 - 35 km² groß und wird zweimal täglich durch den sogenannten Girlandenflug abgegrenzt. Jeder Rivale, der dabei zu nahe kommt, wird sofort attackiert. Die Jagd erfolgt meist von einem Ansitz auf einem Baum oder Felsen aus. Ist die Beute entdeckt, stürzt sich der Vogel auf sein Opfer und erdolcht es mit seinen messerscharfen Krallen. Hat der Raubadler kein Lust selbst auf Nahrungsfang zu gehen, jagd er anderen Tieren ihre Beute ab. Vermehrt sich eine Tierart, z. B. Heuschrecken, explosionsartig, fühlt er sich wie im Schlaraffenland und futtert sich manchmal so voll, daß er nicht mehr fliegen kann. Auf dem Speiseplan stehen alle Tierarten von der Termite bis zum toten Elefanten.