Die Rohrweihe erreicht eine Größe von 48 - 56 cm, eine Flügellänge von 37 - 42,5 cm, eine Schnabellänge von 2 - 3,5 cm und eine Gewicht von 400 - 800 g. Das Gefieder der Männchen ist am Rücken braun, an den Schultern und am Kopf cremefarben. Die Unterseite ist braunrot, Schwanz und und innere Schwungfedern sind grau. Die Flügelenden sind schwarz. Die Weibchen sind braun mit einer cremefarbenen Kopfkappe.
Das Brutgebiet der Vögel erstreckt sich über das gemäßigte Eurasien von Großbritannien bis nach Japan. In Europa kommen Rohrweihen als Brutvogel von Spanien bis ins südliche Skandinavien, in der Ukraine und in Rußland vor. Diese Vögel überwintern in China, Südostasien, Indien und Afrika. Die Populationen westlich der Linie von Großbritannien nach Griechenland sind Standvögel. Die Tiere östlich davon ziehen über Gibraltar und Sizilien, vermutlich aber auch über das Mittelmeer und die Sahara. Als Lebensraum bevorzugen sie Feuchtgebiete im Tiefland, die mit großen Schilfflächen bedeckt sind. Auch an Getreidefeldern in der Nähe von Feuchtgebieten fühlen sie sich wohl.
Bei der Balz steigt das Männchen in Kunstflügen bis zu 70 m hoch und fliegt dann mit dem Kopf voran und sich überschlagend wieder der Erde zu. Das Weibchen legt Ende April/Anfang Mai 4 - 5 blaßblaue Eier in ein Nest aus Rohr oder Schilfhalmen oder in ein Bodennest in einem Getreidefeld. Das Nest wird mit Gras gepolstert. Das Gelege wird überwiegend vom Weibchen in 33 - 38 Tagen alleine ausgebrütet. Manchmal schreit es laut nach Futter, wenn es auf den Eiern sitzt und fliegt auch dem Männchen entgegen, um sich seine Nahrung schon in der Luft zu holen. Die Jungen verlassen nach 35 - 40 Tagen das Nest und können 1 - 2 Wochen später fliegen.
Bei der Jagd fliegen die Weihen im langsamen, niedrigen Suchflug über der Vegetation mit leicht V-förmig nach oben gehaltenen Flügeln. Manchmal rütteln sie schwerfällig vor dem Herabstoßen auf der Stelle. Wasservögel werden durch wiederholte Angriffe zu mehrmaligem Tauchen gezwungen und werden dann gepackt, wenn sie erschöpft sind. Neben Wasservögeln besteht die Nahrung noch aus Mäusen, Eiern, Nestlingen, Fröschen und Ringelnattern.
Seit 1968 steht die Rohrweihe unter Schutz.