Die Wiesenweihe erreicht eine Größe von 38 - 46 cm, eine Flügellänge von 34,5 - 39 cm, eine Schnabellänge von 1 - 1,5 cm und eine Gewicht von 225 - 340 g. Das Gefieder des Männchens ist grau mit schwarzen Flügelspitzen und einem schwarzen Strich auf den Oberflügeln. Die Brust ist rostbraun gestrichelt. Das Weibchen ist braun mit einem weißen Schwanz und einer markanten Gesichtszeichnung.
Als Sommervogel von April bis September kommt die Wiesenweihe von Europa bis ins südliche Mittelsibirien vor. Die Überwinterung erfolgt in Indien und südlich der Sahara. Dabei zieht sie im Herbst über das Mittelmeer und die Sahara. Besonders groß ist die Chance, ihr in Gibraltar zu begegnen. In Europa reicht das Brutgebiet bis Großbritannien, Dänemark, Südrußland und in die Ukraine. Bevorzugter Lebensraum sind Heiden, Getreidefelder und Sümpfe.
Das Weibchen baut auf dem Boden in offenem unkultiviertem Gelände einen Horst aus Wildkräutern, Schilf und Gras. Ende Mai bis Anfang Juni legt es dann meist 4 - 5 weiße oder hellblaue Eier und brütet sie in 27 - 30 Tagen aus. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert und sind nach 35 - 40 Tagen flügge. Danach bleiben sie aber noch etwa 10 Tage in der Nähe des Horstes.
Die Wiesenweihe fliegt in gaukelndem Suchflug mit meist V-förmig nach oben gehaltenen Flügeln dicht über dem Boden, um nach Nahrung zu suchen. Diese besteht aus kleinen Vögeln und Säugern, aber auch aus Reptilien und Insekten. Im Sommer räubert sie auch gerne die Nester von anderen Vögeln aus.