Der Turmfalke erreicht eine Größe von 32 - 35 cm, eine Flügellänge von 23 - 27 cm, eine Schnabellänge von 1,5 - 2 cm und ein Gewicht von 120 - 260 g. Die Federn am Kopf des Männchens sind grau mit einem schwarzen Bartstreif. Der braune Rücken ist mit schwarzen Punkten besetzt. Die sandfarbene Unterseite ist dunkel gefleckt. Der lange graue Schwanz hat eine schwarze Endbinde. Das Gefieder des Weibchens ist an der Oberseite braun mit einer schwarzen Bänderung. Die Unterseite ist gelblichbraun mit dunklen Flecken und Bändern. Die Flügel bei beiden Geschlechtern sind lang und schmal. Wie alle Falken hat auch der Turmfalke große dunkle Augen und an der Schneidekante des Oberschnabels befindet sich eine Ausbuchtung, der so genannte Falkenzahn.
Das Verbreitungsgebiet ist Europa, mit Ausnahme von Island, Asien und große Teile Afrikas. Vögel östlich der Linie von Dänemark bis zur Krim ziehen im Winter westlich oder südlich. Als Lebensraum bevorzugt der Turmfalke Gebirge, Moore, Graslandschaften und Städte. Dichte Wälder und Wüsten meidet er jedoch.
Turmfalken brüten an Felsen, in Türmen, Steinbrüchen, Gebäuden, Baumhöhlen und auf Bäumen, wo sie verlassene Nester größerer Vögel besetzen, da sie wie alle Falken keine eigenen bauen. Zwischen Mitte April und Mai legt das Weibchen 4 - 5 weiße Eier mit braunen Flecken. Es bebrütet das Gelege in 27 - 29 Tagen alleine. Während der Brutzeit und am Anfang der Nestlingsphase schafft allein das Männchen die Nahrung herbei. Die Jungen werden nach 28 - 32 Tagen flügge.
In der Regel rüttelt der Turmfalke kurz über Feldrändern neben der Straße und sucht den Boden nach Beute ab, bevor er im Sturzflug darauf hinabstößt. Aber auch von Sitzwarten wie Strommasten oder Zaunpfosten aus lauert er auf seine Opfer. Die Nahrung besteht zu 80 % aus Feldmäusen. Der Rest verteilt sich auf Frösche, Regenwürmer und Insekten. In der Stadt kommen noch Kleinvögel hinzu.