Melierax canorus [musicus]
Deutsch  Großer Singhabicht
Englisch  Pale Chanting Goshawk
Französisch 
DAUDIN, 1800


Der Singhabicht erreicht eine Größe von ca. 45 cm. Das Gefieder ist blaugrau mit schwarzen Flügelspitzen. Die Unterseite ist braun gebändert.

Lebensraum sind die Halbwüsten Afrikas.

Zur Brutzeit lockt das Männchen das Weibchen durch lauten Gesang in der Tonart A-Dur an. Ist das Weibchen zu ihm gekommen, fällt es mit in den Gesang ein, allerdings in C-moll. Nach dem gemeinsamen Gesang geht das Paar zum Balzflug über. Das stabile Nest wird in einer Dornakazie aus starken Zweigen gebaut und muß wiederstandsfähig gegen Sandstürme sein. Die Nestmulde soll natürlich auch gepolstert werden. Dazu greifen sich die werdenden Eltern einfach die aus Heu gebauten Nester der in der Nachbarschaft brütenden Webervögel, fressen die darin liegenden Eier und polstern anschließend ihr eigenes Nest mit dem Heu. Dadurch können problemlos 50 Webervögelpaare ihr Nest mit Gelege verlieren. Vier Wochen nach dem Baubeginn legt das Singhabichtweibchen 1 - 2 Eier zu je 52 - 57 g. Da es im Brutgebiet der Vögel sehr heiß ist, werden die Eier in der Regel nicht gewärmt, sondern von den Eltern gekühlt. Sie breiten während des Tages schützend ihre Flügel als Schattenspender über das Gelege. Die Brutzeit beträgt 36 - 38 Tage und meist schlüpft nur ein Küken. Ist das Junge ausgeschlüpft, wird die Arbeit für die Eltern noch anstrengender, weil sie ihrem Nachwuchs tagsüber Kühlung zufächeln und es in den kühlen Morgenstunden unter ihrem Gefieder wärmen müssen. Außerdem hat das Junge auch einen sehr guten Appetit und verlangt nach Tauben, Wachteln, Frankolinen und Perlhühnern, die von den Eltern gejagd, gerupft und in schnabelgerechte Portionen zerlegt werden müssen. Nach 49 - 56 Tagen ist das Küken flügge und kann seine Eltern auf die Nahrungssuche begleiten. Noch weitere 14 Tage kehrt der Jungvogel jeden Abend zum Schlafen in den schützenden Horst zurück und übt fleißig das Singen.

Auf dem Speiseplan stehen außer dem genannten Geflügel auch Kleinsäuger, wie z. B. Mäuse. Von einem hohen Felsen oder Baum aus lauert der Singhabicht auf Beute. Hat er ein Opfer entdeckt, muß er mit Explosivstart und schnellem Flügelschlag losrasen. Verschwindet die Maus in einem Loch, stampft der Vogel mit seinen kräftigen Füßen so lange darauf herum, bis das Opfer in Panik herausrennt und dann unweigerlich erbeutet wird.



Greifvögelsystematik


Stand: 11.02.2005

© Katja Feldhoff