Der Rotmilan erreicht eine Größe von 56 - 64 cm, eine Flügellänge von 45 -54 cm, eine Schnabellänge von 2,5 - 3 cm und ein Gewicht von 960 - 1.400 g. Das Gefieder ist an der Ober- und Unterseite rostbraun und schwarz gestreift. Der Kopf ist schwarzweiß gestreift. Die schmalen, im Handgelenk abgewinkelten Flügel sind an der Oberseite an den Rändern schwarz und an der Unterseite befindet sich ein großer heller Fleck. Der Schwanz ist gegabelt.
Die Vögel sind in Teilen Mittel-, Süd- und Osteuropas, Nordafrikas und Vorderasiens verbreitet. Als Lebensraum bevorzugen sie abwechslungsreiche hügelige Waldlandschaften mit offenen Flächen.
Zur Balzzeit vollführen Rotmilanpärchen wahre Kunststücke in der Luft und lassen sich im Surzflug zu Boden fallen. Beide Partner bauen einen Horst aus Zweigen und Lehm hoch oben auf Bäumen. Er wird mit Wolle, Moos und Haaren gut gepolstert. Im April oder Mai legt das Weibchen 2 - 3 cremefarbene, rotbraun gesprenkelte Eier und brütet sie in 28 - 30 Tagen aus. Nach dem Schlüpfen werden die Küken von beiden Elternteilen gefüttert. Die Jungen verlassen nach 45 - 50 Tagen das Nest.
Rotmilane können während der Nahrungssuche stundenlang segelnd kreisen, ohne zu ermüden. Dabei halten sie Ausschau nach kleinen Säugetieren, Insekten, Würmern, Fischen, Fröschen, gerade flügge gewordenen Vögeln und Aas. Manchmal jagen sie auch anderen Greifvögeln ihre Beute ab.
Früher wurde der Rotmilan auch Gabelweih oder Königsweih genannt.