Der Wespenbussard erreicht eine Größe von 51 - 59 cm, eine Flügellänge von 38,5 - 44 cm, eine Schnabellänge von 2 - 2,5 cm und ein Gewicht von 450 - 1.050 g. Das Gefieder kann braun, grau, weiß, gefleckt oder gebändert sein. An der Schwanzwurzel befinden sich zwei dunkle, im Flug sichtbare, schmale Binden sowie eine breite Endbinde. Die Flügel sind im Segelflug meist nach unten gebogen.
Die Vögel sind vom Westen Eurasiens bis Westsibirien verbreitet. Die Überwinterung findet in der Sahelzone und in Südwestafrika statt. Der Zug der Wespenbussarde erfolgt über Gibraltar, Sizilien oder das Schwarze Meer. Als Lebensraum dienen Laub- und Nadelwälder.
Beide Partner bauen einen Horst aus getrockneten Zweigen auf hohen Laub- und Nadelbäumen oder bessern einen alten Horst aus. Auch die Nester anderer Greifvögel wie Mäusebussard oder Habicht werden gerne übernommen. Im Juni legt das Weibchen 2 gelblichweiße, kräftig kastanienbraun gesprenkelte Eier. Diese werden von beiden Elternteilen in 30 - 35 Tagen ausgebrütet. Die Jungen verlassen nach 35 - 40 Tagen das Nest und wagen nach ca. 44 Tagen den ersten Flug. Danach verbringen sie noch längere Zeit im Familienverband.
Hat der Wespenbussard an ein- und ausfliegenden Wespen oder Hummeln ein Nest erkannt, fliegt er dorthin und scharrt mit einem Fuß oder abwechselnd mit beiden den Boden an dieser Stelle bis zu 40 cm tief auf, um das Nest freizulegen. Die Waben leert er gleich oder nimmt sie mit zum Horst, wo er die Larven einzeln an seine Jungen verfüttert. Mit ausgeprägtem Scharrfuß, schlitzartigen Nasenlöchern und schuppiger Befiederung am Schnabelgrund ohne Borsten ist er für dieses Verhalten gut ausgestattet. Er beutet auch die Baumnester von Wespen aus. Auf seinem Speiseplan stehen allerdings auch Frösche, Eidechsen, Schlangen, Jungvögel, Eier, Kleinsäuger und andere Insekten.
Der Wespenbussard ist vom Aussterben bedroht.