Eurypyga helias
(Pallas, 1781)

Deutsch  Sonnenralle
Englisch  Sunbittern
Französisch  Caurale soleil


Eurypyga helias (Pallas, 1781) Das Gefieder der Sonnenrallen ist an der Oberseite fein schwarz, grau und braun gebändert und an der Unterseite gelblich-braun gefärbt. Die Brust ist dunkel gestrichelt. Der Kopf ist schwarz-weiß gestreift und der Schwanz ist schwarz, grau und weiß gewellt und weist breite rostfarbene Streifen auf. Wenn die Flügel geöffnet sind, sieht man die auffälligen rost- und orangefarbenen Flecken. Bei Erregung, zur Balz und zur Drohung werden die Flügel weit geöffnet, der Kopf gesenkt und der Schwanz gespreizt. Sonnenrallen erreichen eine Größe von 46 - 48 cm. Wenn Gefahr droht, fliegen sie auf einen Baum. Die Vögel leben sehr zurückgezogen einzeln oder paarweise und sind sehr scheu. Als Laute geben sie langgezogene, klagende Pfeif- und Trillertöne von sich.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Südmexiko bis Peru, Bolivien und Mittelbrasilien. Die Tiere leben an Fluß- und Seeufern im lichten Urwald.

Die Sonnenrallen ernähren sich von Insekten, Schnecken, Krebsen und Fröschen. Bei der Nahrungssuche bewegen sich die Vögel langsam schreitend. Haben sie dabei ein Beutetier entdeckt, stoßen sie blitzschnell mit dem Schnabel zu.

Zum Paarungsverhalten gehören Balztänze, die sehr phantasievolle Bewegungsmuster und -rituale beinhalten. Von einer auffälligen Stelle eines Astes aus spreizt das Männchen steif die Flügel und den Schwanz und bildet dabei eine fortlaufende, fächerähnliche Wand attraktiv gestreifter Federn. Die klobigen Nester aus Erde, Stöcken und trockenen Blättern werden in Bäumen gebaut. Das Nest hat einen seitlichen Eingang. Das Weibchen legt zwei fast ovale, graue, rot gefleckte Eier. Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten ab. Obwohl die Küken gleich nach dem Schlüpfen aktiv sind, bleiben sie noch acht Wochen im Nest.

Sonnenrallen sind die einzige Art in ihrer Familie und eng verwandt mit den Kagus.

Kranichvögelsystematik


Stand: 15.08.2003

© Katja Feldhoff