Strigops habroptilus ?
Deutsch  Eulenpapagei oder Kakapo
Englisch  Owl Parrot
Französisch  Perroquet-hibou
G. R. GRAY, 1845


Der Eulenpapagei ist der einzige Papagei, der nicht fliegen, sondern nur von einem erhöhten Punkt mit seinen kurzen Flügeln abwärts gleiten kann. Das ist dadurch zu begründen, daß seine Flügel zwar gut entwickelt sind, ihm jedoch der Kiel am Brustbein fehlt, an dem die Flugmuskeln festsitzen. Er erreicht eine Größe von 60 - 63 cm und ein Gewicht von bis zu 3,5 kg. Das Gefieder ist an der Oberseite grün und an der Unterseite olivgrün mit einer feinen, dunklen Musterung. Die Federn sind eulenartig weich. Am Schnabelgrund befinden sich braune Borstenfedern. Der große Schnabel ist stark gebogen. Die Füße sind sehr kräftig. Das Männchen besitzt zur Balzzeit einen aufblasbaren Kehlsack. Der Kakapo ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Bodenbewohner, der sich tagsüber zwischen Baumwurzeln und in Höhlen versteckt. Dabei ist er durch sein Gefieder perfekt getarnt. Der Papagei kann sehr gut klettern. Bei Gefahr verharrt er bewegungslos.

Das Vorkommen erstreckte sich ursprünglich über ganz Neuseeland. Heute findet man den Eulenpapagei nur noch auf der Südinsel und auf Stewart Island. Auf den Inseln Little Barrier und Codfish wurden Exemplare ausgesetzt. Den Lebensraum bilden unterwuchsreiche Wälder.

Im Spätsommer findet eine Gruppenbalz der Männchen auf speziellen Arenen, bevorzugt auf Gebirgskämmen, statt. So locken sie mit ihren weittragenden Rufen die Weibchen an. Das Weibchen baut ein Nest in einer Röhre, Spalte oder unter Wurzeln. Es legt 2, selten 3 Eier und brütet diese alleine aus. Auch die Jungen zieht es alleine auf.

Nachts wandert der Eulenpapagei auf Trampelpfaden zur Suche nach Blättern, Trieben, Beeren, Früchten, Wurzeln und weichen Teilen von Gräsern. Durch seine Ernährungsweise hinterläßt er verräterische Spuren seiner Gegenwart. Der Papagei kaut an seiner Nahrung und hinterläßt dann noch an der Pflanze hängende, dichte Bälle aus einem faserigen Material, was von der Sonne weißgebleicht wird.

Aufgrund seiner Flugunfähigkeit ist der Kakapo durch die von Siedlern eingeschleppten Raubtiere wie Wiesel und Ratten stark gefährdet.




Papageiensystematik


Stand: 20.05.2003

© Katja Feldhoff