Der Eisvogel erreicht eine Größe von 16,5 cm. Sein Gefieder ist am Kopf und an der Körperoberseite metallisch türkisblau gefärbt. Ein Wangenfleck und der Bauch sind rostrot. Der Schwanz ist sehr kurz und der schwarze Schnabel ist kräftig. Der Vogel ist ungesellig und beansprucht ein Revier, das er auch im Winter verteidigt. Sein Flug ist pfeilschnell und geradlinig und erfolgt meist dicht über der Wasseroberfläche.
Das Vorkommen erstreckt sich über Europa, Nordafrika, in Asien bis nach Japan und Neuguinea. Der Eisvogel ist ein Teilzieher und bewegt sich zwischen diesen Gebieten. Als Lebensraum bevorzugt er langsamfließende, klare Bäche und Flüsse. Während des Zuges und im Winter findet man ihn allerdings auch an stehenden Gewässern und an der Küste.
In der Zeit von April bis Juli erfolgen 1 - 3 Bruten. Zunächst bauen beide Partner in einen Steilabhang oder eine Uferböschung eine bis zu 1 m lange, ansteigende Röhre, an deren Ende sich eine Kammer befindet. Das ist sehr mühsam für die kleinen Vögel. Am Anfang fliegen die Partner auf den Hang zu und picken mit dem Schnabel Erde heraus. Wenn das Loch tief genug ist, klammert sich das Weibchen am Rand fest und kommt dann schneller vorwärts. Das Paar teilt die Arbeit gut auf. Während das Weibchen sich immer tiefer in den Hang vorarbeitet, schaufelt das Männchen mit den Füßen die Erde nach draußen. Nach Vollendung der Brutröhre legt das Weibchen 6 - 8 Eier in die Kammer. Nach einer Brutzeit von 19 - 21 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie werden dann 25 Tage lang von ihren Eltern gefüttert. Zur Fütterung bilden die Küken einen Kreis und das am Eingang sitzende Junge bekommt Futter und rückt dann einen Platz weiter. Die Jungen geben ihren flüssigen Kotstrahl in die Röhre ab, so daß die Eltern zum Füttern jedesmal durch die Kloake robben müssen. Deshalb sieht man sie beim Herauskommen auch häufig baden, bevor sie zum weiteren Beutefang übergehen.
Auf dem Speiseplan des Eisvogels stehen hauptsächlich kleine, schlanke Fische, die von einer Warte herab im Stoßtauchgang erbeutet werden. Durchschnittlich 10 Tauchgänge sind für einen Beuteerfolg notwendig. Aber auch Wasserinsekten und Kaulquappen werden nicht verschmäht.
In harten Wintern mit lange zugefrorenen Gewässern stirbt ein Großteil der Eisvogelpopulation, weil der Fischfang dann für die Tiere unmöglich ist und sie verhungern müssen.