Dasypeltis scabra
Deutsch  Afrikanische Eierschlange
Englisch  Egg-eating Snake
Französisch  Rachiodon
LINNÉ, 1758



Die Afrikanische Eierschlange erreicht eine Länge von 70 - 80 cm. Der schlanke Körper ist graubraun gefärbt und weist dunkle Flecken auf. Die Rückenschuppen sind stark gekielt und die Seitenschuppen gezackt. Der Kopf ist kurz und klein und der Schwanz ist lang. Die Zähne sind stark zurückgebildet und befinden sich ausschließlich ganz hinten im Unterkiefer. Wo sich bei anderen Schlangen die Zähne befinden, besitzt die Eierschlange eine Reihe dicker Falten aus Zahnfleischgewebe, die wie die Falten eines Akkordeons angeordnet sind. Diese Falten finden auf einer glatten Eioberfläche wie Saugnäpfe Halt. Die Schlange ist vorwiegend nachtaktiv.

Das Verbreitungsgebiet ist Afrika. Die meiste Zeit verbringt die Eierschlange in dichtem Laubwerk.

Das Weibchen legt 12 - 18 Eier. Wenn die Jungschlangen nach 3 - 4 Monaten schlüpfen, haben sie bereits eine Länge von 20 - 25 cm.

Die Eierschlange ernährt sich ausschließlich von Vogeleiern. Mit der Zunge kann sie testen, wie groß das Ei ist und ob es schon bebrütet ist. Unterkiefer und Hals sind bei erwachsenen Tieren so weit dehnbar, daß auch Eier mit einem Durchmesser von 4 - 5 cm verschluckt werden können, ohne zu zerbrechen. Nachdem die Schlange das Ei verschluckt hat, beugt sie scharf ihren Hals, so daß das Ei gegen eine Reihe scharf nach unten gerichteter Stacheln gedrückt wird. Diese durchdringen die Eierschale und ritzen sie auf. Diese Stacheln sind verlängerte Vorsprünge der Wirbelsäule. Der Inhalt des Eies fließt dank spezieller Muskeln, die den Schlund vor dem Ei verschließen, in den Magen hinunter. Während sich das Ei entleert und der Inhalt immer weiter den Schlund hinabfließt, wird die Schale von den stumpfen Enden einiger Wirbel zu einem kompakten Bündel zusammengepreßt, das mühelos ausgewürgt werden kann, sobald sich die vorderen Schlundmuskeln entspannt haben.

Zwar ist die Afrikanische Eierschlange ungiftig, aber dafür sehr angriffslustig. Sie wird äußerst schnell zornig und beißt gerne. Wenn sie gereizt wird, bläht sie den vorderen Körperteil auf, stößt heftig zischende Laute aus und ringelt sich auf. Dabei erzeugen ihre Hautschuppen durch Reibung ein deutlich vernehmbares Geräusch und die Schlange greift ihren Gegner wie eine Kobra an.




Schuppenkriechtieresystematik


Stand: 06.08.2003

© Katja Feldhoff