Die Äskulapnatter erhielt ihren deutschen Namen nach Aesculapius, dem römischen Gott der Heilkunst. Sie erreicht eine Länge von 1,4 - 1,6 m. Ihr schlanker Körper ist an der Oberseite glänzend gelb- bis olivbraun und an der Unterseite rahmfarben. Die Kopfoberseite weist keine Zeichnung auf. Der schmale Kopf ist etwas vom Körper abgesetzt. Die mittelgroßen Augen verfügen über eine runde Pupille. Die Schlange hält sich vorwiegend auf dem Boden auf, kann aber dank ihrer gekielten Bauchschilder auch hervorragend in Bäumen mit rauher Rinde herumklettern. Sie ist tag- und dämmerungsaktiv. Während der kalten Jahreszeit hält die Viper je nach Klimaregion 5 - 6 Monate Winterruhe.
Das Vorkommen erstreckt sich über Mittel- und Südeuropa und Westasien. Als Lebensraum bevorzugt die Äskulapnatter sonniges, steiniges Gelände mit dichtem Buschwerk, gestrüppreiche Waldränder, Natursteinmauern und Ruinen.
Die Paarungszeit ist im Mai. Vor der Paarung messen die Männchen häufig ihre Kräfte in Kommentkämpfen. Dabei umschlingen sie sich und versuchen, den Gegner niederzudrücken. Die Paarung selber erfolgt mit ausgiebigem Paarungsspiel und das Männchen hält sich mit einem Nackenbiß am Weibchen fest. Das Weibchen legt im Juli 5 - 10 weiße, längliche Eier mit weicher Schale unter Steinen, in Baumstümpfen oder im feuchten Erdreich ab. Im September schlüpfen die etwa 20 cm langen Jungen.
Auf dem Speiseplan der Äskulapnatter stehen Mäuse, kleine Vögel, deren Junge und Eier sowie Eidechsen. Junge Schlangen fressen kleine Eidechsen und nestjunge Mäuse. Die Beute wird blitzschnell umschlungen und erdrosselt.
In Deutschland ist die Äskulapnatter stark bedroht und daher streng geschützt.