Das Weibchen der Ringelnatter erreicht eine Länge von 60 - 70 cm und das Männchen 80 - 100 cm. Die Oberseite ist braun-, grün- oder schiefergrau gefärbt. Je nach Unterart ist die Rückenmusterung unterschiedlich. Die Unterseite ist weißlich mit einem dunklen Schachbrettmuster. Alle Unterarten bis auf die spanische besitzen am Hinterkopf auf beiden Seiten einen gelben, weißen oder orangefarbenen halbmondförmigen Fleck, der am Hinterende durch einen breiten, schwarzen Flecken begrenzt wird. Der Kopf ist deutlich vom Körper abgesetzt, die Augen haben eine runde Pupille. Die Natter kann sehr gut schwimmen und tauchen. Sie ist tagaktiv. In der kalten Jahreszeit hält sie eine mehrmonatige Winterruhe im Erdreich, in Komposthaufen, Baumstümpfen oder Laubhaufen, die frostsicher sind.
Das Vorkommen erstreckt sich über ganz Europa mit Ausnahme des Nordens, Nordostens und der Britischen Inseln. Auch in Nordwestafrika und Westasien kommen Populationen vor. Als Lebensraum werden Feuchtgebiete, Auwälder und Uferbereiche von Gewässern bevorzugt.
Im März bis April findet die Paarung statt. Oft versammeln sich 50 - 60 Ringelnattern an einem geeigneten Paarungsplatz, wobei immer ein Überschuß an Männchen vorhanden ist. Verpaarte Schlangen bleiben längere Zeit in Kopulation vereint. Im Juli und August legt das Weibchen 20 - 50 weiße, weichschalige Eier in einen Haufen aus verrottendem Pflanzenmaterial. Vielversprechende Hügel werden auch von mehreren Weibchen benutzt, so daß sich manchmal bis zu 3.000 Eier in diesem Gemeinschaftsgelege befinden. Nach etwa 4 - 8 Wochen schlüpfen die Jungen. Sie schlitzen mit ihrem nach vorne stehenden Eizahn die Eischale auf und kriechen in mehreren, sich über Stunden hinziehenden Anläufen aus dem Ei.
Auf dem Speiseplan der erwachsenen Ringelnatter stehen überwiegend Amphibien und kleine Fische, selten auch Eidechsen und Mäuse. Jungtiere bevorzugen Würmer, Kaulquappen, kleine Fische und Molchlarven. Die Schlange packt die Beute, die sie nur an der Bewegung erkennt, wahllos an einer Körperstelle und verschlingt sie lebend.
Sie scheidet zur Abwehr ein gelbweißes, übelriechendes Analdrüsensekret aus, wenn sie ergriffen wird. Es kommt aber auch vor, daß sie sich totstellt, indem sie sich halb auf den Rücken dreht, die Pupillen nach unten verdreht und die Zunge aus dem Maul hängen läßt.
Feinde der Ringelnatter sind Igel, Dachs, Hermelin, Iltis, Storch, Reiher, Greifvögel, Barsch, Hecht und Katze.
Als Folge intensiver Forst- und Teichwirtschaft ist der Bestand der Ringelnatter rückläufig. Aus diesem Grund wurde sie unter Schutz gestellt.