Eschrichtius robustus
(Lilljeborg, 1861)

Deutsch  Grauwal
Englisch  Grey Whale
Französisch  Baleine grise


Eschrichtius robustus (Lilljeborg, 1861) Der Grauwal erreicht eine Länge von 12 - 15 m und ein Gewicht von 25 - 35 t. Die Haut ist dunkelgrau gefärbt und mehr oder weniger dicht mit Seepocken und parasitischen Krebsen besetzt. Der langgestreckte Kopf ist nach unten gekrümmt. Weiterhin verfügt er über 2 - 7 V-förmige Kehlfurchen. An jeder Seite des Mauls befinden sich 140 - 180 Barten. Aus den beiden Blaslöchern, die sich in einer leichten Delle auf dem Kopf befinden, entweicht ein buschiger, herz- oder V-förmiger Blas 3 - 4,5 m hoch in die Luft. Anstatt einer Finne besitzt der Wal eine Reihe flacher Höcker. Die Tiere schwimmen einzeln oder in kleinen Gruppen und erreichen dabei Geschwindigkeiten von 2 - 5 Knoten. Der Grauwal springt sehr gerne und oft aus dem Wasser und fällt dann mit einem gewaltigen Platscher wieder zurück. Vor dem Abtauchen wird oft die Fluke aus dem Wasser gestreckt.

Grauwale ziehen mit dem Wechsel der Jahreszeiten zwischen der nahrungsreichen Beringsee sowie dem Eismeer vor Alaska und Sibirien und den wärmeren Gewässern vor Mexiko und Südkorea hin und her. Sie leben dort in flachen, küstennahen Gebieten.

Die Paarungen und Geburten finden im Winter in den südlichen Gewässern statt. Nach rund 12 Monaten Tragzeit bringt das Weibchen 1 Kalb zur Welt. Dieses wiegt ca. 500 kg und ist 4,5 - 5 m lang. In Mexiko finden die meisten Geburten zwischen dem 5. Januar und 15. Februar statt.

Seine Barten benutzt der Wal vemutlich, um den Bodenschlick in bis zu 120 Metern Tiefe nach Krebsen, Würmern und anderen Kleinorganismen zu durchwühlen. Dabei drehen sich die meisten Tiere auf die rechte Seite. Das Wasser und der Schlamm werden durch die Barten mit Hilfe der Zunge gefiltert. Dadurch sind die Platten auf der rechten Seite kürzer und abgenutzter als auf der linken. Aus dem gleichen Grund ist die rechte Kopfseite verkratzter. Ein Tauchgang kann bis zu 18 Minuten dauern.

Gegen Ende des 19.  Jahrhunderts war der Grauwal nahezu ausgerottet. Durch das seit 1937 weltweit bestehende Fangverbot konnten sich die Bestände weitgehend erholen. 1946 wurde die Art unter Schutz gestellt.



Walsystematik


Stand: 24.07.2006

© Katja Feldhoff